Das Leben an Bord der Asmara

Hausboot, Haushaltsboot oder Segelschiff

Ein Hausboot ist fest mit dem Ufer verbunden und kann nicht selbstständig segeln, ist meist rechteckig und an Versorgungseinrichtungen angeschlossen.
Ein Hausboot, ein Schiff, auf dem man ausgiebig wohnen und sich auch bewegen kann, obwohl letzteres nicht die primäre Eigenschaft ist.
Ein Segelschiff (und damit meine ich Kabinenschiffe) ist ein Schiff, das sich unter Ausnutzung der Elemente, meist des Windes, von a nach b bewegt. Dies ist also die primäre Funktion und auch die wirtschaftlichste Art zu reisen. Es ist auch möglich, die Nacht an Bord zu verbringen. Diese sekundäre Eigenschaft kann von sehr nüchtern bis extrem luxuriös variieren, je nach Größe und Portemonnaie, ohne die primären Segeleigenschaften zu beeinträchtigen.

Nun ist die Asmara (48 Jahre alt) irgendwo in der Mitte von all dem. Es ist kein Hausboot, sondern liegt in der Mitte zwischen einem Hausboot und einem Segelschiff. Es ist kein großes Boot zum Leben, aber es ist für eine Person überschaubar.
Ursprünglich wurde die Asmara 1973 mit der Seriennummer 1 als Rekrutierungsmotorboot auf der damaligen Bloemsma-Werft in Makkum, Friesland, gebaut. Mit einem hölzernen Backmast mit Stützsegel. Eine runde Bilge ohne Kiel. Tiefe 1,25 mtr. Verdrängung 18 Tonnen.
Einer der Vorbesitzer hat beschlossen, einen Motorsegler daraus zu machen, indem er zwei Aluminiummasten gesetzt hat, einen Großmast von 12 mtr. vorne und einen Besanmast von 7 mtr. hinten.
Die Illusion, damit segeln zu können, hat er vor seiner Investition völlig verloren, trotz der drei Segel von insgesamt 48 m2. (War 35 m2)
Wegen des fehlenden Kiels, der zu geringen Segelfläche und des zu kleinen Ruders segelt die Asmara überhaupt nicht.

Als Wohnschiff habe ich die Asmara mit einem modernen Mastervolt-Stromsystem mit 600AH-Batterien, die auf zwei Gruppen aufgeteilt sind, einem Flüstergenerator von 3,5 Kva, Sonnenkollektoren, einer Windmühle, einem modernen Navigationssystem von Raymarine mit Fernbedienung und einer elektrischen Ankerwinde mit Fernbedienung ausgestattet. Genug Komfort in diesem Bereich.
Das größte Problem ist der Platzmangel, da wir nun schon 12 Jahre an Bord leben. Alles muss an Bord sein.
Wenn man also auf großem Wasser mit dem nötigen Wind und ergo Wellen segelt, beginnen all diese Dinge ein Eigenleben zu führen.

Wenn ich auf diese 12 Jahre Leben und Segeln an Bord zurückblicke, habe ich mit der Asmara wunderbare Törns und Ergo-Ziele gemacht, aber nicht den Komfort eines richtigen Segelbootes gehabt. Ich hätte einen echten Motorsegler wählen sollen, ein Boot, das zum Segeln konzipiert ist. Aber das ist eine Entscheidung, die ich 2008 getroffen habe und mit der ich leben muss. 

Asmara onder zeil op de Baltic

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Peter Mantel

Aus der Luftfahrt ausgeschieden. Abenteuer mit den Asmara. Ich fahre mit meinem Zweimastkutter von der Nord- zur Ostsee.

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